Waltraud Rubien (1927 - 2017)

Waltraud Rubien (1927 - 2017)

Stimmen zum Tode von Waltraut Rubien (1927 - 2017)

 

Hamburg, 2. Januar 2018

Die David Ben-Gurion Stiftung in Deutschland trauert um ihre Präsidentin.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, S.E. Botschafter a.D. Shimon Stein, Vorstand und Kuratorium der Stiftung würdigen Waltraud Rubiens Leben und Wirken.

 

Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg:
„Wir sind traurig über den Tod von Waltraut Rubien. Sie hinterlässt unserer Stadt ein Lebenswerk, für das wir ihr sehr dankbar sind. Es wird weit in die Zukunft wirken. Waltraut Rubiens Lebensthema war die Aussöhnung zwischen Israel und Deutschland. Ihr Vermächtnis ist gerade in einer Zeit neu aufflammenden Antisemitismus in Europa besonders eindringlich und wichtig. Sie hat mit ihrer unerschöpflichen Energie und starken Persönlichkeit viel dazu beigetragen, dass Hamburg und Israel heute ein dichtes Geflecht von engen Freundschaftsbändern zusammenhält, das durch alle gesellschaftlichen Bereiche und Generationen geht. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass Waltraut Rubien das 70jährige Jubiläum der Staatsgründung Israels in diesem Jahr noch hätte erleben können. Wir denken in diesen traurigen Tagen an ihre Familie und die vielen Menschen, die sich Waltraut Rubien eng verbunden fühlten.“

 

S.E. Shimon Stein, Botschafter des Staates Israel von 2001 bis 2007 und Schirmherr der David Ben-Gurion Stiftung in Deutschand:

„Ich habe während meiner Amtszeit nur wenige Menschen getroffenen, die sich für Israel ohne Wenn und Aber einsetzten wie Frau Rubien. Nie hat sie Nein als eine Antwort genommen. Ich hoffe, dass die jüngeren Generationen sich Frau Rubien zum Vorbild für die andauernde und schwierige Aufgabe der Weiterwicklung der deutsch-israelischen Beziehungen nehmen werden“.

 

Dr. Heinz Wings, Vorsitzender des Kuratoriums der David Ben-Gurion Stiftung in Deutschland und langjähriger Vorstandsvorsitzende der Sparda-Bank Hamburg:

„Die Ben Gurion Stiftung in Deutschland hat mit ihrer Präsidentin und Gründerin eine starke Kämpferin für die Aussöhnung zwischen Israel und Deutschland verloren, die die Stiftungsarbeit stets mit ihren überaus klugen und kreativen Ideen bereicherte und voranbrachte. Sie hat sich damit als ‚Brückenbauerin‘ verdient gemacht für das Wiederaufleben der Deutsch-Israelischen Freundschaft, insbesondere soweit es die eher unbelastete Jugend betrift. Waltraut Rubien war mir eine mütterliche Freundin. Wir alle werden ihr ewiglich ein ehrendes Andenken bewahren und die Stiftungsarbeit in ihrem Sinne weiterführen“.

 

Felix Husmann, Vorsitzender der David Ben-Gurion Stiftung in Deutschland:

„Die David Ben-Gurion Stiftung in Deutschland trauert um eine große Gestalterin der deutsch- israelischen Beziehungen weit über die Stadtgrenzen Hamburgs hinaus. Schweren Herzens nehmen wir Abschied von einer sehr guten Freundin und behalten einen Fixstern für unsere Arbeit ein Leben lang“.

 


Zum Gedenken an  Waltraut Rubien
 

„Fange nicht an aufzuhören und höre nie auf anzufangen.“

 

Am Abend des 26. Dezember 2017 ist Waltraut Rubien, Präsidentin der David Ben-Gurion Stiftung in Deutschland, im Alter von 90 Jahren in ihrem Alterssitz, der Seniorenresidenz Graf-Luckner- Haus in Wedel (Schleswig-Holstein) verstorben. Waltraut Rubien hinterlässt einen Sohn. Die Trauerfeier fand am 19. Januar 2018 in der evangelischen Kirche zu Hamburg-Blankenese statt.

 

Vorstand und Kuratorium der David Ben-Gurion Stiftung in Deutschland erinnern an Waltraud Rubien:

 

Waltraut Rubien war bereits eine lebende Legende, als sie am 12. Mai 2008 die David Ben-Gurion Stiftung in Deutschland gründete. Ihr unermüdlicher Einsatz für den Aufbau intensiver deutsch-israelischer Beziehungen prägte fast ihr gesamtes Leben. Gemeinsam mit ihrem Mann Werner Rubien besuchte Waltraut Rubien seit 1977 regelmäßig Israel und pflegte Freundschaften mit Asher Ben-Nathan (erster Botschafter des Staates Israel in Deutschland) und Teddy Kollek (früherer Bürgermeister der Stadt Jerusalem).
Über 16 Jahre leitete sie als Vorsitzende die Geschicke der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Hamburg und wurde Ehrenvorsitzende auf Lebenszeit. Parallel wirkte Waltraut Rubien 8 Jahre als Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V. neben Persönlichkeiten wie Manfred Lahnstein. Ihrem leidenschaftlich-unnachgiebigen Einsatz verdanken viele Initiativen ihre Realisierung: Es ist zum Glück nur wenigen gelungen, Waltraut Rubien eine gute Idee auszureden und ihr die erforderlichen Ressourcen für ihre Initiativen nicht an die Hand zu geben.

1992 initiierte Waltraut Rubien einen interfraktionellen Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft für den Bau eines Tagungshauses auf dem Gelände der David Ben-Gurion Stiftung im Negev – immerhin fehlte der Stadt eine Partnerstadt in Israel. Seit den 90er Jahren ist das „Hamburg Haus“ eine sehr gefragte Begegnungsstädte in Israel und gleichzeitig eine höchst vitale Verbindung der Stadt Hamburg nach Israel.

Waltraut Rubien wurde am 11. Februar 1927 in Kolberg an der Ostsee (vormals Hinterpommern, heute Polen) geboren. Nach der Flucht 1945 landete sie zunächst in Schwerin und „setzte sich 1946 nach Hamburg ab, um zu heiraten“. Nach dem Studium mit anschließender beamteter Festanstellung unterrichtete sie bis zur Pensionierung in Hamburg. Bereits als Lehrerin für Deutsch, Biologie und Psychologie am Gymnasium Willhöden (heute: Marion Gräfin Dönhoff-Gymnasium) reiste sie als eine der ersten Pädagogen mit Schülern nach Israel. Große Verdienste erwarb sich Waltraut Rubien anschließend durch die kontinuierliche Förderung von Schulpartnerschaften und dem bilateralen Austausch junger Menschen. Hier wie bei anderen Initiativen beteiligte sich die Familie Rubien stets geräuschlos mit erheblichen finanziellen Zuwendungen.

Für ihr herausragendes Engagement wurde Waltraut Rubien 1997 von Bundespräsident Roman Herzog mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. 2010 verlieh ihr der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg die Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes in Silber. Seit 1999 ist Waltraut Rubien Ehrenbürgerin des Negev (Israel).

„Gegensteuern, der Öffentlichkeit die Faszination des Landes Israel zeigen, Vertrauen in den Staat Israel aufbauen“, skizzierte Waltraut Rubien ihren „Full-Time-Job“, der ohne ihren Mann Werner Rubien „nie möglich“ gewesen wäre. „Wir beide sind geleitet vom Wunsch nach Gewaltlosigkeit und Frieden für jüdische Menschen und möchten zugleich Ängste gegenüber Deutschland abbauen. Für uns ist Israel zu einer zweiten Heimat geworden“ (Waltraut Rubien am 16. Januar 1997).

 

Ihren letzten öffentlichen Auftritt erlebte Waltraut Rubien am 23. November 2017 bei einem Fundraising-Abend im Hotel Baseler Hof in Hamburg in Anwesenheit des Botschafters des Staates Israel, S.E. Jeremy Issacharoff, der im Vorgriff auf das zehnjährige Jubiläum der David Ben-Gurion Stiftung in Deutschland stattfand.

 

Bild: Waltraud Rubien mit dem Botschafter des Staates Israel, S.E. Jeremy Issacharoff (rechts), und dem Vorsitzenden, Felix Husmann

 

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